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Regenbogenflecken von Wiebke Saathoff

Ist der neue Freund von Sashas Freundin ein machtgieriger Tyrann oder spielt die Wahrnehmung der Protagonistin Sasha Sommer ihr einen Streich? 

Das neue Buch von Wiebke Saathoff handelt von Freundschaft, Gewalt und Psychospielen. 

 

Sasha Sommer ist sich sicher, dass der neue Freund ihrer Freundin Marly ein unangenehmer Zeitgenosse ist, der sich hinter seiner angepassten Fassade versteckt und ihre Freundin Marly manipuliert und benutzt. Sie versucht, mehr über das Verhältnis ihrer Freundin zu dem neuen Freund Fabian herauszufinden und gerät dabei immer mehr in einen Strudel der Gewalt und Schuldgefühle. Irgendwann ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie ihrem eigenen Verstand trauen kann, oder den Aussagen Fabians. Sie gelobt sich zu handeln, was allerdings einen hohen Tribut von allen Beteiligten fordert.

 

Die Freundschaft zwischen Sasha und Marly wird in dem Buch sehr genau unter die Lupe genommen. Sasha lebt in einer offenen Beziehung, Marly nun in einer scheinbar gefestigten Beziehung. Diese unterschiedlichen Lebenswege der beiden Frauen legen immer wieder Reibungspunkteoffen, deren harmonische Entwicklung sich schwierig für Marly und Sasha gestaltet. Sie entzweien sich, dann nähern sie sich wieder an, was weiterhin dazu führt, dass Sashas Wahrnehmung aus den Fugen gerät. Das gibt dem Buch ein sehr authentisches Lesegefühl, da die beiden Hauptcharaktere ein sehr reales Bild von Lebenswelten von Frauen im Alter von 30-40 Jahren abgeben. Die Dialoge sind greifbar und lassen die Leserin beziehungsweise den Leser in die Gefühlsweltender beiden Frauen eintauchen. Trotz der schwierigen Thematik hat das Buch humorvolle Stellen, welche vor allem durch Sashas Gedankenwelt und die Dialoge der Freundinnen ausgestaltet werden. Auch wenn der Nebenprotagonist Fabian an einigen Stellen stereotyp und überzogen wirkt, ist er glaubhaft. Leider lassen sich Beziehungen, die von Gewalt und Psychospielen geprägt sind, auch in der Realität wiederfinden. Manchmal ist es schade, dass die Leserin oder der Leser nicht mehr über seine Motive und seine Gefühle erfährt. Dieses ist natürlich der Ich-Erzählweise geschuldet, was allerdings wiederum den Vorteil hat, dass der Lesende sich sehr gut in Sashas verwirrte Gefühlswelt einbringen kann.

 

Regenbogenflecken ist das dritte Buch der Bremer Autorin Wiebke Saathoff, wobei sie unterschiedliche Genres bedient. Neben einem Jugendbuch schrieb sie ein humoristisches Sachbuch über Pferde und veröffentlichte teils in Verlagen, teils im Self-Publishing. 

Regenbogenflecken ist packend, authentisch und spannend bis zum Schluss. Es kann also eine klare Kaufempfehlung abgegeben werden, gerade für Frauen ist dieses Buch interessant, da es tiefe Einblicke in die Freundschaft der beiden Protagonistinnen bietet. Das Buch bekommt hier 4,5 von 5 Sternen.

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